Bei den Deutschen Slalom-Meisterschaften am Feldberg im Schwarzwald sicherten sich Fritz Dopfer und Lena Dürr die Titel. Zum Saisonabschluss hatten die Sportler mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen.

Video: Zusammenfassung Deutsche Meisterschaft


Dopfer siegt bei Abwesenheit Neureuthers

Da Felix Neureuther wegen einer kürzlich durchgeführten Knieoperation im Schwarzwald fehlte, war Fritz Dopfer vom SC Garmisch der prominenteste Starter am Feldberg. Nach dem ersten Durchgang lag der Vize-Weltmeister von 2015 lediglich auf Rang fünf, im zweiten Lauf arbeitete sich Dopfer aber noch nach vorne. Letztlich reichte es für den 28-Jährigen zu seinem fünften deutschen Meistertitel. Im Vergleich zum Weltcupfinale in St. Moritz waren die Deutschen Meisterschaften ein paar Nummern kleiner. Motivationsprobleme gab es für Dopfer, hinter dem eine durchwachsene Saison liegt, dennoch nicht. "Ich fahre einfach generell gerne Rennen. Wir haben die vergangenen eineinhalb Wochen intensiv zum Skitesten genutzt. Da wollte ich jetzt nochmal unter Rennbedingungen probieren, ob sich die Materialtests wirklich ausgezahlt haben", sagte Dopfer im Ziel: "Ich habe mich runter gekämpft, das war ein versöhnlicher Saisonabschluss für mich." Jetzt stehen für Dopfer noch zwei Wochen Skitests an. "Dann ist es schon mal so, dass man sich auf ein paar ruhigere Tage freut", so Dopfer.

Strasser und Luitz scheiden aus

Fritz Dopfer wurde auf der Weltcupstrecke am Ahornbühl in Feldberg-Fahl zwar Deutscher Meister, der Sieg bei dem Rennen, an dem auch ausländische Sportler teilnehmen durften, ging aber an den Österreicher Johannes Strolz. Er war noch einmal sechs Hundertstel Sekunden schneller als Dopfer. Dessen nationaler Titelgewinn wurde durch die Ausfälle von Linus Strasser und Stefan Luitz im zweiten Lauf begünstigt. Strasser hatte nach dem ersten Durchgang geführt. Die Wertung der Deutschen Meisterschaft gewann Fritz Dopfer mit einem Vorsprung von 0,25 Sek. vor Dominik Stehle, Paul Sauter wurde Dritter.

Interview Fritz Dopfer in voller Länge

Dürr verteidigt Slalom-Titel

Lena Dürr (SV Germering) legte bei den Frauen mit einem starken ersten Durchgang den Grundstein zum Sieg. Die 24-Jährige verteidigte ihren Vorsprung im zweiten Lauf, Platz zwei ging an Susanne Weinbuchner, die 0,64 Sekunden zurück lag. Dritte in der nationalen Wertung wurde Martina Ostler. "Das war auch für mich ein versöhnlicher Abschluss. Jetzt stehen noch ein paar Tage Skitests an, dann freue ich mich auf ein bißchen Pause", so Dürr.

Lob für die Organisatoren

Bei zweistelligen Plustemperaturen mussten die Pistenarbeiter viel mit Salz arbeiten. Trotz der schwierigen Bedingungen bekamen die Organisatoren vom Skiclub Todtnau, die die Meisterschaften anlässlich ihres 125jährigen Vereinsjubiläums ausrichteten, Lob von den Sportlern. "Aufgrund der Temperaturen war die Piste jetzt nicht mehr so in einem genialen Zustand. Aber die Verantwortlichen und die ganzen Ehrenamtlichen haben dennoch ganze Arbeit geleistet. Sie haben uns den Umständen entsprechend eine super Piste geboten", meinte Fritz Dopfer. Der kann sich zudem vorstellen, dass in Zukunft auch mal wieder Weltcuprennen in Fahl stattfinden. "Der Hang ist sehr anspruchsvoll, das ist weltcuptauglich", meinte Dopfer. Letztmals hatte der Weltcup-Zirkus im Jahr 2000 in Fahl gastiert.

Interview Lena Dürr in voller Länge