Als frischgebackener Vater geht Skistar Felix Neureuther in die Olympiasaison. Der zwölffache Weltcupsieger erzählte in Sölden von der großen Freude, die ihm Tochter Matilda bereitet und warum trotz kurzer Nächte die Vorbereitung auf die neue Skisaison nicht gelitten hat. Mit Video.

"Größte Freude im Leben"

Der Auftakt-Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher oberhalb von Sölden fiel bei den Herren zwar dem Sturm zum Opfer, dennoch waren die Weltcupasse natürlich ins Ötztal gekommen. Für Felix Neureuther war die Pressekonferenz und anschließende Autogrammstunde seines Skiherstellers Nordica im Bogner-Shop von Sölden der erste öffentliche Auftritt seit der Geburt seiner Tochter. Die Einkleidung des Deutschen Skiverbandes in der Woche zuvor und einen weiteren Sponsorentermin in Sölden hatte er ausgelassen. Lieber war er nach dem Training in Sölden am Donnerstag nochmal kurz heim nach Garmisch-Partenkirchen zur Familie gefahren, um dann am Freitagnachmittag ins Ötztal zurückzukehren. Klar, dass zunächst bei den Fragen nicht die bevorstehende Olympiasaison, sondern Matilda im Mittelpunkt stand. So heißt der Nachwuchs von Neureuther und seiner Freundin, der Biathletin Miriam Gössner. Matilda hat jedenfalls großen Eindruck bei ihrem frisch gebackenen Vater hinterlassen: „Es ist unbeschreiblich, wenn du auf einmal so einen kleinen Zwackl daheim hast. Das ist die größte Freude, die man im Leben spüren kann.“

Tochter aus Öffentlichkeit raushalten

12 Weltcuprennen und 5 WM-Medaillen hat Neureuther bislang gewonnen. Alles nichts gegen die aktuellen Vaterfreuden. „Ich hätte mir auch nicht gedacht, wie viel Freude eine volle Windel machen kann. Das ist wunderschön“, meinte Neureuther und erntete viele Lacher. Neureuthers berühmte Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther hatten ihre Kinder Amelie und Felix früher weitgehend aus der Öffentlichkeit rausgehalten. Ein Modell, dass auch dem jungen Vater vorschwebt. „Es ist mir sehr wichtig, die Privatsphäre der Kleinen zu schützen. Es gab ein Bild, das wir veröffentlicht haben. Das wird aber das einzige bleiben. Sie soll ganz normal aufwachsen, so wie ich es auch erfahren habe. Da sind meine Eltern schon ein großes Vorbild“, meinte Felix Neureuther.

Hellwach trotz fehlendem Schlaf

Trotz der aktuell kurzen Nächte kam die Vorbereitung auf der Olympiasaison bei Neureuther nicht zu kurz. „Sicher fehlt derzeit etwas Schlaf, aber ich denke, dass ich auf der Piste dennoch ausgeschlafen bin“, sagte Neureuther. Er kam ohne Verletzungssorgen durch den Sommer.  In den Jahren zuvor alles andere als selbstverständlich. Im Sommer trainierte Neureuther unter anderem 4 Wochen lang in Neuseeland. In seiner vielleicht letzten Saison will Neureuther seinen 12 Weltcupsiegen noch den ein oder anderen folgen lassen. Und dann dann fehlt dem 33-Jährigen auch noch eine Olympiamedaille.

Kinderbuch vorgestellt

Passend zur neuen Vaterrolle hat Neureuther ein Kinderbuch herausgebracht. Bei „Auf die Piste - fertig - los!“ erhielt er nicht nur von Freundin Miriam Gössner, sondern auch von Fußballstar Bastian Schweinsteiger und Konkurrent Marcel Hirscher Unterstützung. Die tauchen in der Geschichte als Figuren auf.  Der Erlös geht an Neureuthers Stiftung, mit der er Kinder zum Sport animieren will. „Das Buch war mir ein großes Anliegen, da ich mich schon sehr lange für Kinder engagiere und dafür, dass sich Kinder bewegen und raus in die Natur gehen.“

Video: Felix Neureuthers 1. Auftritt nach Geburt von Tochter Matilda