Die Weltcuprennen auf dem Rettenbachgletscher oberhalb von Sölden im tiroler Ötztal sind Jahr für Jahr im Oktober der Auftakt der Ski-Weltcup-Saison. Die Gletscherrennen von Sölden gibt es bereits seit 1993.

Höfl-Riesch: "Nie bereit für Sölden"


Speziell für die Damen ist der Riesenslalomhang von Sölden eine echte Herausforderung. "Man ist nie so richtig bereit für Sölden. Ende Oktober ist noch nicht richtig Winter und dann steht gleich so ein schwieriger Hang auf dem Programm", sagt Dreifach-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch. Hermann Maier, der zwei olympische Goldmedaillen gewonnen hat und 1998, 2000 und 2005 in Sölden gewann, sieht es ähnlich: "Das ist nicht so ein typischer Riesenslalomhang in Sölden, speziell im Steilhang muss man richtig kämpfen."

Gletscher-Weltcups seit 1993

1993 gingen auf dem Rettenbachgletscher, der skitechnisch 1975 erschlossen wurde, erstmals Weltcuprennen über die Bühne. Es war damals ein schneereicher Oktober, selbst im Tal war der Winter bereits eingezogen. Am Rennwochenende selbst sorgte dann strahlender Sonnenschein für eine perfekte Premiere. Der Franzose Franck Piccard und die Österreicherin Anita Wachter gewannen die beiden ersten Weltcuprennen von Sölden. Eigentlich sollten die Auftaktrennen im jährlichen Wechsel auf den Gletschern von Sölden, Saas Fee (Schweiz) und Tignes (Frankreich) stattfinden. Von dieser Dreierachse verabschiedeten sich die Weltcup-Verantwortlichen aber mit der Zeit. Seit 2000 findet der Weltcupauftakt ausschließlich in Sölden statt. Im Jahr darauf wurde auch das Gletscherstadion gebaut.

Video: Hinter den Kulissen beim Weltcup-Auftakt

Über 30.000 Zuschauer am Gletscher

An den Renntagen gibt es auf der Gletscherstraße hinauf zum 2.680 m hohen Parkplatz am Fuße des Rettenbachferners schon vor dem Sonnenaufgang Stau. Schon die Anreise der Zuschauer auf den Gletscher stellt einen logistischen Kraftakt dar. 2015 besuchten die Rennen insgesamt 31.500 Zuschauer (14.000 bei den Damen, 17.500 bei den Herren). Der Start der Weltcuppiste ist auf 3.040 m, das Zielstadion auf 2.670 m. Längst gehören die Rennen in Sölden zu den Klassikern des alpinen Ski-Weltcups. Auch das Medieninteresse am Auftakt ist groß. Pressekonferenz reiht sich vor den ersten Rennen an Pressekonferenz

Bildergalerie: Ski-Weltcup in Sölden



Sölden hat beim Weltcup fast immer Wetterglück


Da die Sölder bei ihren Rennen eigentlich fast immer Wetterglück haben, gibt es am Montag nach dem Weltcup Jahr für Jahr einen Buchungsansturm. Spätestens dann ist nicht nur bei den Rennfahrern, sondern auch bei den Fernsehzuschauern echtes Skifeeling aufgekommen. Wegen Schneemangels mussten die Rennen erst einmal, im Jahr 2006, ausfallen. Damals schwemmte am Dienstag vor den Rennen ein Warmwettereinbruch gemischt mit starkem Regen die fertig präparierte Piste weg. Im Sommer darauf wurden entlang der Riesenslalomstrecke am Gletscher, bis dahin die einzige reine Naturschneepiste im Weltcup, Schneekanonen aufgestellt. Mittlerweile wird zudem auf einem Teil der Strecke der Schnee mit Matten den Sommer über konserviert.

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