Reportage über den Snowpark-Designer Wille Kaufmann, der am Hintertuxer Gletscher den Betterpark Hintertux betreut. Wille gibt einen Einblick in seine Arbeit, bei der es viel zu beachten gilt.

Video: Reportage über den Betterpark Hintertux


Wille schafft Voraussetzungen für atemberaubende Tricks

Der Bewunderung der breiten Masse können sich die Profis unter den Snowboardern und Freeskiern sicher sein. Für spektakuläre Sprünge braucht es neben Talent und jeder Menge Training auf Seiten der Fahrer aber auch Leute wie Wille Kaufmann. Der Snowpark-Designer schafft sowohl die Voraussetzungen für die atemberaubenden Tricks der Könner, als auch für ungetrübten Spaß bei Anfängern und Fortgeschrittenen. Den Einstieg in seinen Job fand Wille über seine eigene Snowboarder-Laufbahn. "Ich habe früher selbst an Wettkämpfen teilgenommen. Wir hatten immer nur eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten. Da habe ich 1997 an meinen Hausberg versucht, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Im Jahr 2000 habe ich den Auftrag für meinen ersten richtigen Snowpark erhalten. Seitdem mache ich den Job", sagt Wille.

Angebote für alle Könnensstufen


Seiner Heimat Kärnten hat Wille Kaufmann zumindest vorübergehend den Rücken gekehrt. Schließlich sind seinem ersten Snowpark auf der Gerlitzen längst weitere Projekte in den Alpen gefolgt. Nach Stationen in der Schweiz ist Wille 2003 ins Zillertal gezogen. Am Hintertuxer Gletscher steht mit dem Betterpark sein derzeit größtes Projekt. Ein Drittel der Parkfläche bleibt den Könnern vorbehalten. Der Rest richtet sich vor allem an Anfänger und Fortgeschrittene.  "Das funktioniert ganz gut. Die Anfänger haben eine Motivation den Guten zuzuschauen, könnn aber in kleinerem Rahmen selber ihre eigenen Stars sein. Das ist wichtig", meint Wille.

Mittelsteiler Hang optimal für Snowpark

Im Sommer und im Herbst betreut Wille den Betterpark in Hintertux exklusiv. Im Winter und Frühjahr kommen weitere Projekte hinzu. Optimal für einen Snowpark ist ein mittelsteiler Hang mit gleichbleibendem Gefälle. Ein ausgewogener Mix aus Hindernissen für Könnensstufen aller Art ist das Ziel von Wille Kaufmann: "Zuerst machen die Skigebiete immer die normalen Pisten, danach kommt die Beschneiung für die Parks dran. Dann ist effizientes Arbeiten gefragt. Mittlerweile habe ich einiges an Erfahrung sammeln können. Natürliche habe ich auch viele Fehler gemacht, aus denen ich gelernt habe. Mittlerweile kann ich meinen Partnern einen professionellen Service anbieten."

Gutes Zusammenspiel von Parkdesigner und Pistenraupenfahrer wichtig

Am Hintertuxer Gletscher ist Wille ein- bis zweimal pro Woche vor Ort, um einen sogenannten Reshape vorzunehmen. Mit Neigungsmesser und Maßband wird überprüft, ob die Dimensionen der einzelnen Parkelemente noch stimmen. Gab es durch Schnee oder Wind Veränderungen, so müssen Anpassungen vorgenommen werden. Außerdem wird der Park täglich von einem Pistenraupenfahrer maschinell präpariert. Zwar ist beim sogenannten Finish der einzelnen Elemente weiterhin Handarbeit gefragt, die Maschine erleichtert die Arbeit aber ungemein. Für ein erfolgreiches Parkprojekt ist das perfekte Zusammenspiel zwischen Designer und Pistenraupenfahrer von großer Bedeutung. "Meine Arbeit und das Parkdesign ist nur so gut, wie die Motivation vom Pistengerätefahrer ist. Man braucht einen, der für die Sache offen ist, Geduld hat und bereit ist zu lernen. Die Arbeit an einem Snowpark unterscheidet sich komplett von der bei der normalen Pistenpflege. Sie ist eher mit der Arbeit eines Baggerfahrers vergleichbar", so Wille. Kaufmann ist regelmäßig in seinen Parks unterwegs. Das hilft ihm, seine Arbeit kritisch zu beurteilen und die Konstruktionen immer weiter zu verbessern.