Skigebiet Zugspitze

Das Zugspitzplatt hat den Titel „Deutschlands höchstes Skigebiet“ natürlich sicher. Auch wenn sich die Abfahrten einige hundert Höhenmeter unter dem 2.962 Meter hohen Gipfel befinden. 20 Pistenkilometer erstrecken sich von 2.000 bis 2.720 Meter. Es wird ausschließlich auf Naturschnee gefahren.

3 Bahnen auf den Gipfel

Von den Talorten Garmisch-Partenkirchen und Grainau in Bayern sowie von Ehrwald in Tirol gibt es drei Möglichkeiten, auf Deutschlands höchsten Berg zu gelangen. Sehr hoch waren die Investitionen der Bayerischen Zugspitzbahn in die 2017 eröffnete neue Seilbahn vom Eibsee zum Gipfel. In die Gondeln der alten Eibsee-Seilbahn passten 44 Fahrgäste, die Gondeln der neuen Bahn, die auf den Namen "Seilbahn Zugspitze" hört, bieten jeweils 120 Personen Platz. Dazu gibt es gleich drei Superlative. Es gibt statt zwei nur noch eine Stütze, die mit einer Höhe von 127 Metern die weltweit höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen ist. Die Seilbahn überwindet den weltweit größten Gesamthöhenunterschied von 1.945 Metern in einer Sektion sowie das weltweit längste freie Spannfeld mit 3.213 Metern. Die Bauarbeiten dauerten 3 Jahre. Dank des 50 Millionen Euro-Projektes wurden die Wartezeiten deutlich reduziert. Außerdem kommt man von Garmisch-Partenkirchen und Grainau mit der Zahnradbahn zum Sonnalpin, dem großen Restaurant mitten im Zugspitzplatt-Skigebiet. Weiter zur Zugspitze geht es vom Sonnalpin mit der Gipfelbahn. Von Ehrwald auf der tiroler Seite führt eine weitere Großraumgondel hinauf.

Video: Eröffnung "Seilbahn Zugspitze"


600 Höhenmeter ins Brunntal


Bei 13 roten und 7 blauen Abfahrtskilometern fehlen auf dem Zugspitzplatt zwar die schwarzen Kracher, dafür finden Tiefschneefans reichlich Variantenmöglichkeiten im Gelände. An Neuschneetagen muss man schnell sein. Eines des Freeridegebiete auf der Zugspitze hört auf den Namen „Klein-Kanada“, in der Nähe der Wetterwandeckbahn. Auch dort ist bei aller Tiefschneebegeisterung Vorsicht geboten. Von den präparierten Abfahrten ist die Piste Nr. 6 „Super G“ besonders lohnend.  Die rote Abfahrt startet an der Bergstation der Wetterwandeckbahn, immerhin rund 600 Höhenmeter geht es hinunter ins Brunntal. An der Talstation des Brunntalliftes endet auch das Skigebiet. Eine klassische Talabfahrt gibt es auf der Zugspitze nämlich nicht. Bei guter Schneelage kann man allerdings bei der Talfahrt mit der Zahnradbahn auf halber Strecke aussteigen, auf der Riffelriss-Abfahrt geht es dann hinunter zum Eibsee.

Video: Test Skigebiet Zugspitze


Leichte Pisten auf dem Gletscherrest


Doch zurück aufs Zugspitzplatt. Besonders geeignet für Anfänger sind die leichten Pisten auf dem nur noch sehr kleinen Zugspitzgletscher. Die Bergstation der Schneefernerkopflifte ist mit 2.720 Metern zugleich der höchste Punkt des Skigebietes. Früher ging es von dort mit der Doppelsesselbahn Neue Welt noch weiter hinauf. Die Anlage musste aber wegen des Gletscherrückgangs schon vor vielen Jahren aufgegeben werden. Der Schneefernerkopf bleibt längst den Tourengängern vorbehalten, auf der Rückseite wartet die sehr anspruchsvolle Freeride-Abfahrt nach Ehrwald in Tirol.

Neue Sesselbahnen

Klammert man die ohnehin nur selten laufende Sesselbahn „Neue Welt“ einmal aus, dann bestand das Skigebiet auf dem Zugspitzplatt früher ausschließlich aus Schleppliften. In den vergangenen Jahren hat man allerdings viel Geld in neue Sesselbahnen investiert.  Die Wetterwandeckbahn ersetzte 2012 einen Schlepplift. Bereits 2003 wurde die Sonnenkarbahn gebaut, die meist bereits zum Saisonstart Mitte Noveber öffnet.  An beiden Sesselbahnen gibt es neben roten auch blaue Abfahrten. Vor allem die Piste Nr. 4 am Wetterwandeck ist eine perfekte Genussabfahrt. Zu den beiden Sesselbahnen kommen auf dem Zugspitzplatt 4 Schlepplifte. Das Sonnalpin, wo die Zahnradbahn endet und die Gipfelbahn beginnt, ist das kulinarische Zentrum auf dem zugspitzplatt. Dort befindet sich auch das Igludorf und startet die Rodelbahn.

Kein Kunstschnee auf der Zugspitze

Maschinelle Beschneiung gibt es auf der Zugspitze übrigens nicht. Naturschneefans kommen also voll auf ihre Kosten, trotz der Höhenlage haben die fehlenden Schneekanonen allerdings auch Nachteile.  In niederschlagsarmen Wintern ist Vollbetrieb zu Weihnachten auf dem Zugspitzplatt eher unwahrscheinlich. Das liegt vor allem am Brunntallift. Dessen Pisten benötigen viel Schnee, der Lift öffnete in den vergangenen Jahren oft erst im Januar. Dank Schneedepots im oberen Teil des Skigebietes ist der Saisonstart Mitte November zumindest an einem Teil der Anlagen relativ sicher. Saisonschluss ist traditionell am 1. Mai.

Wetterwandeckbahn Zugspitze